Ein Vierteljahr ist es her, dass der Immobilieninvestor René Benko die Karstadt-Luxus- und Sport-Sparte übernommen hat. Nun macht er laut einem Bericht in der Süddeutschen Zeitung (SZ) vom Freitag offenbar ernst: In den meisten seiner Häuser wurden die Mieten bereits deutlich erhöht. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung steigen sie in den Premium-Häusern Oberpollinger, Alsterhaus und KaDeWe in den ersten fünf Jahren um insgesamt mehr als 20 Millionen Euro. Darin ist auch von Häusern die Rede, die nicht zur Luxussparte zählen, und trotzdem von den Erhöhungen betroffen seien. „In Dortmund und Dresden sollen die Mieten im ersten Jahr jeweils um mehrere Hunderttausend Euro steigen, im zweiten Jahr bereits um das Doppelte. Das Sporthaus an der Hamburger Mönckebergstraße soll sogar im ersten Jahr bereits mehr als eine Million Euro mehr Miete zahlen“, heißt es in dem SZ-Artikel. Nur wenige Häuser seien von den Erhöhungen ausgenommen. Benkos Signa Holding wollte sich gegenüber der Süddeutschen Zeitung zu den Informationen nicht äußern, Karstadt ließ entsprechende Anfragen unbeantwortet. 

 

Neben den Premium-Häusern gehören Benko zudem die Immobilien von mindestens 17 Kaufhäusern des Karstadt-Stammgeschäfts, intern "Core" genannt. Gerade für diese Häuser kämen nach Angaben der Süddeutschen Zeitung vom Freitag die Steigerungen zur falschen Zeit: Für Benko ergeben sich nach Berechnungen von Insidern Einnahmen von fast einer Milliarde Euro, wenn man die Mieten addiere und auf die Laufzeit der Verträge hochrechnet. Letztere seien zum Teil auf 30 Jahre verlängert worden. Dem stehen zugesagte Investitionen von rund 300 Millionen Euro gegenüber: 275 Millionen Euro steuere Benko bei, der Rest komme vom bisherigen Eigentümer Nicolas Berggruen, der noch mit einem Minderheitsanteil beteiligt ist. Benko habe genau festgelegt, wie die Häuser die Investitionssumme verwenden sollen, heißt es im SZ-Artikel weiter. Es gebe einen exakten Plan darüber, welche Filiale wie viel in den Ladenbau, die Fassade, den Umbau der Verkaufsflächen oder in Lüftungsanlagen investiere müsse. 50 Millionen Euro sollen in die Instandhaltung der Gebäude fließen, 250 Millionen Euro müsse das Management in umsatzfördernde Maßnahmen wie IT oder Schulungen stecken. Auf die Investitionen seien die Warenhäuser dringend angewiesen.

 

Quelle: immobilien.diepresse.com