Porr-Tochter UBM hat ihr Anfang Februar fertiggestelltes zweites "angelo"-Hotel in München an die deutsche Fondsgesellschaft Union Investment verkauft. Der Kaufpreis für das Vier-Sterne-Haus mit 207 Zimmern wurde mit 50 Millionen Euro beziffert, Teil der Transaktion sind allerdings auch 3.370 Quadratmeter Büro- und Einzelhandelsflächen. Das gaben die beiden Unternehmen auf einer Pressekonferenz am Mittwoch in München bekannt.

 

Weiteres gemeinsames Hotelprojekt

Die UBM wird das Hotel im Rahmen eines noch bis 2033 laufenden Pachtvertrags führen und unterhält ihrerseits einen Management-Vertrag mit Vienna International Hotels & Resorts. Letztere betreibt auch das 2008 eröffnete erste Münchner "angelo"-Hotel der UBM am Leuchtenbergring. Dieses hatte UBM gemeinsam mit Warimpex entwickelt und Anfang diesen Jahres zur Gänze übernommen. Die Kapazität dieses ebenfalls von VI gemanagten Hotels soll demnächst stark erweitert werden.

Union Investment hält aktuell in diversen Fonds 36 Hotels und will laut Frank Billand, Mitglied der Geschäftsführung der Union Investment Real Estate GmbH, weitere Häuser erwerben. Auch mit UBM wolle man weiterhin zusammenarbeiten, was für UBM-Vorstandschef Karl Bier auf Gegenseitigkeit beruht. In Frankfurt/Main ist für ein neues gemeinsames Hotelprojekt auch bereits "der Abbruch im Gang", wie Bier berichtete. Für UBM wird dies dann das 35. errichtete Hotel; mit dem "angelo" in München  hat man kürzlich die 7000-Zimmer-Marke übersprungen.

 

Massiver Mittelzulauf

Das Immobilienvermögen der Union Investment beträgt nach Angaben vom Mittwoch rund 23 Milliarden Euro, der Verkehrswert des Hotelportfolios allein liegt bei 1,9 Milliarden. Der UniInstitutional German Real Estate Fonds, für den ein Mindestanlagevolumen von 500.000 Euro gilt, hat einen Investitionsschwerpunkt bei Losgrößen von 20 bis 50 Millionen Euro.

Um frisches Geld für den Fonds muss man sich bei Union Investment derzeit keine Sorgen machen. "Das vorhandene Geld ist enorm, es wird immer schwieriger, gute Objekte dafür zu finden", so Billand. Die kürzlich abgeschlossene zweite Zeichnungsphase für den Fonds sei "erheblich überzeichnet" gewesen. Laut Christoph Schumacher, Geschäftsführer der Union Investment Institutional Property Gmbh, müsse die Ausgabe neuer Fondsanteile "immer wieder gestoppt werden, um nicht unter zu großen Veranlagungsdruck zu geraten".

 

UI hat Büroobjekt in Wien im Visier

Auch in Österreich, wo UI im Hotelsegment das Arcotel Kaiserwasser besitzt, hält Billand nach Objekten Ausschau. Noch heuer soll ein Wiener Büroobjekt erworben werden, sagte er zu derStandard.at. Im UI-Portfolio befinden sich schon der (ebenfalls von UBM entwickelte) Florido Tower in Wien-Floridsdorf sowie das Objekt "Rund Vier" im 2. Bezirk, das die IC Projektentwicklung gebaut hatte.

 

Quelle: Martin Putschögl aus München, derStandard.at, 10.10.2013